Wanderroute durch die Dahlener Heide (ca. 20 km)
von Eckhard Riedel
Beginn in Reudnitz: Etwa 100 m nach dem Parkplatz an der Straße von Reudnitz nach Lausa zweigt ein Waldweg, das sogenannte "G" ab (kenntlich durch eine hölzerne Schranke).
Diesem Waldweg folgend berührt man den Welschteich als erstes Glied eines unter Naturschutz stehenden Feuchtbiotops, sieht im weiteren Verlauf des Wanderweges rechter Hand Rotbuchen - Voranbauflächen unter dem Schirm dicker Kiefern und etwas später im Schutz eines aus Dachlatten gefertigten Zaunes auch eine Eichenverjüngung unter Schirm. Zuletzt laufen wir unter dem über den Weg reichenden Kronendach gewaltiger Rotbuchen und erreichen damit sowohl das Ende des Naturschutzgebietes als auch die Holzstraße, die von Dahlen kommend, über Lausa, Kaisa und Neußen zur Stadt Belgern führt.
Wir überqueren diese asphaltierte Straße an der Stelle, die Tabakskiefer genannt wird. Man erzählt sich, daß hier am Stammfuß einer inzwischen nicht mehr vorhandenen alten Kiefer in früheren Zeiten ein Tabaksbeutel mit Inhalt zu finden gewesen sein soll, um ärmeren Fuhrwerkslenkern bei einer Rast an der etwas erhöhten Wegstrecke den Tabak für ein Pfeifchen zu spenden. Heute steht unweit dieser Stelle eine junge Schwarzkiefer als Ersatz.
Gleich hinter der Holzstraße befindet sich der Parkplatz Tabakskiefer, und wir laufen zuerst an einem zur Linken befindlichen Roteichen - Voranbau entlang, dem beiderseits eine Kieferndickung folgt. Etwas weiter schließen sich Kiefernstangenhölzer an und plötzlich erreichen wir eine weiträumige von 5 Wegen gebildete Kreuzung an der Jägereiche. Bevor wir unseren Weg in nördlicher Richtung fortsetzen, bewundern wir an dem als Nachbildung 1995 wiedererrichteten hölzernen Wegemal die beiden Wappen, eines erkennbar als polnisches, das andere als kursächsisches und nehmen zur Kenntnis, daß diese Säule an eine der letzten Jagden des sächsischen Hofes erinnern soll, die 1763 stattgefunden hat. Noch in Gedanken bei der sächsischen Geschichte werden wir auf unserem Weg gen Norden mit neuerer Vergangenheit konfrontiert, denn zur Linken zieht sich auf 100 m ein verfallener Stacheldrahtzaun mit dahinterliegenden Gebäuderesten an unserem Weg entlang, eine militärische "Altlast" russischer Herkunft. Jägereiche
Unseren weiteren Weg säumen im wesentlichen Kiefernbestände unterschiedlichen Alters, auch mal ein Roteichenstangenholz aus den 70-er Jahren und dann, kurz bevor wir die kaum als solche erkennbare Verbindungsstraße Sitzenroda - Lausa erreichen, spendet ein wie eine Säulenhalle anmutender Rotbuchenbestand Schatten im Sommer und bietet himmelwärts Ausblick im Winter. Zum Unterstellen lädt zudem eine kleine rustikale Schutzhütte direkt an der Kreuzung ein.
Weiter führt unsere Wanderung auf dem A-Weg Richtung Norden. Längst haben wir die bis 1815 bestehende Grenze zwischen dem Königreich Sachsen und Königreich Preußen, auf den wie Pyramiden geformten Grenzsteinen als "KP" und "KS" gekennzeichnet, überschritten und wir erreichen schließlich wiederum eine öffentliche Straße, die Ortsverbindungsstraße Sitzenroda - Belgern. An einem kleinen Parkplatz, der ebenfalls eine Unterstellmöglichkeit bietet, können wir eine kurze Rast einlegen und wenden uns dann in Richtung Westen, bis wiederum rechtsseitig ein kleiner Parkplatz erscheint, nachdem wir unter anderem auch einen als Löschwasserstelle angelegten Mini-Teich passiert haben.
Von diesem Parkplatz aus verlassen wir die sich kaum von einem Waldweg unterscheidende Straße in südlicher Richtung auf dem Stuhlweg. Hier kann der Interessierte einen maschinell gepflegten jüngeren Kiefernbestand sehen, wobei auffällig ist, daß nahezu alles Schaftholz aufbereitet und der Verwertung zugeführt worden ist. Immer geradeaus laufend bleiben wir auf dieser Wandertrasse, bis sich uns wie eine Barriere ein Birkenbestand in den Weg stellt. Wir haben nun wieder den A-Weg erreicht, in den wir rechts einbiegen. Nach wenigen 100 Metern weist eine Tafel darauf hin, daß der davorstehende pyramidenförmige Grenzstein bis zum Wiener Kongreß die Landesgrenze Sachsens zu Preußen markiert hat.
Entlang an Kiefernbeständen unterschiedlichen Alters laufen wir weiter auf dem A-Weg bis im spitzen Winkel ein Abzweig kommt, dem wir nach links folgen. Nun sind wir wieder auf dem G-Weg, der uns schon von Reudnitz zur Jägereiche begleitete. Er ist auffällig kurvenreich und außerdem mit kurzen etwas steileren Anstiegen und Gefällestrecken versehen, auf dem letzten Abschnitt vor der Jägereiche liegt zur Linken der Birkenbestand, den wir beim Erreichen des A-Weges schon gesehen haben, rechts ist eine Rotbuchenverjüngung ohne Zaunschutz unter Kiefernschirm, auf dem eine Ansitzleiter für die Jäger zu sehen ist. Dann sind wir wieder an der schon bekannten Wegekreuzung. Hat uns die bisherige Wanderung schon etwas hungrig oder müde gemacht, kann in der rustikalen Schutzhütte eine Pause eingelegt werden. Wer will, kann auch seine Gedanken zur Dahlener Heide in einem dort stationierten Hüttenbuch niederschreiben. Schutzhütte
Um nicht von hier aus den gleichen Weg nach Reudnitz zurückgehen zu müssen, bieten sich 2 Alternativen an. Die etwas kürzere Wanderung verläuft über den Stuhlweg, überquert unweit der Gaststätte "Hospitalhütte" die Holzstraße und führt über den F-Weg wieder auf den G-Weg unmittelbar am Welschteich. Von dort sind es nur wenige 100 Meter bis zu unserem Ausgangspunkt: Parkplatz in Reudnitz.
Wer sich aber an der Jägereiche noch frisch genug fühlt, auch einen etwas längeren Weg zu wählen, dem sei der in westliche Richtung zum Forsthaus Schmannewitz führende als Stauchlitzer Weg zu bezeichnende Abschnitt empfohlen. Den verlassen wir nach links an einer Stelle, wo links und rechts die Kieferndickung aufhört und eine tief- und breitbeastete stärkere Rotbuche steht. Nach einigen 100 Metern erreichen wir wieder eine Kieferndickung, vor der der Gerstenmüllerweg (auch als Kistenmüllerweg bezeichnet) in eine leichte Senke links abbiegt und dann wieder hinaufführt. Ohne sich von abzweigenden Wegen und Schneisen beirren zu lassen, wandern wir größtenteils durch jüngere Kiefernkulissen, überqueren dann auch einen unter dem Weg hindurchführenden Graben mit munter dahinplätscherndem Wasser und erreichen schließlich ein beiderseits des Weges befindliches Kiefernstangenholz, vor dem linksseitig eine breite Schneise abgeht, die zwischen der Kiefer und einem jüngeren Lärchenbestand entlangführt.
Waldschänke Reudnitz Dieser Route folgen wir und erreichen eine fast steile Erhebung, die wir, dem Weg folgend, nach rechts umgehen. Plötzlich stehen wir an der Gaststätte "Hospitalhütte" und davor liegt nur noch die Holzstraße. Wir wandern weiter in südlicher Richtung auf einem Höhenrücken, dem Hunsrück, weiter. Hier glaubt man sich eher im Mittelgebirge als in einer Heidelandschaft. Am Ende des Hunsrückweges erreichen wir an einer kleinen Sitzgruppe den M-Weg, dem wir nach links folgen. Auch hier marschieren wir an einer angelegten Löschwasserstelle vorbei, könnten dort unter Benutzung des Q-Weges zur Roten Brücke gelangen. Aber wir bleiben heute auf dem breiteren M-Weg. Auf der rechten Seite steht jetzt ein aufgelichtetes Kiefernaltholz, dessen Fläche mit einem Hordengatterzaun umgeben ist. Auf der hier befindlichen forstwirtschaftlichen Versuchsfläche werden 12 verschiedenen Baumarten auf Eignung getestet. Von dort aus sind es nur noch wenige Meter, und die "Waldschänke Reudnitz" ist durch die Bäume zu sehen. So hat nach ca. 20 km diese schöne Wanderroute ihren Ausgangspunkt wieder erreicht.