Die Natur des Jahres 2000

Die Natur der Dahlener Heide

Das zusammenhängende Waldgebiet der Dahlener Heide entstand im wesentlichen im 16. Jahrhundert. Zur Schaffung der "Oberheidischen Wildbahn" als Jagdrevier der sächsischen Kurfürsten wurden Dörfer abgebrochen, die Bewohner umgesiedelt und die Feldfluren aufgeforstet. Die ehemaligen Buchen und Eichenbestände wurden im vorigen Jahrhundert häufig in Kiefernforste umgewandelt. Aufgrund des relativ hohen Waldanteils begann man Ende des 19. Jahrhunderts mit der Erschließung der Dahlener Heide für den Tourismus.
Die Dahlener Heide wird durch Höhenrücken und angrenzende Sanderflächen in einer Höhenlage zwischen 120 und 200 m über NN gekennzeichnet. Diese relativ hohe Reliefenergie verleiht dem Gebiet den Charakter eines Hügellandes. Neben aufgestauchten Moränen findet man kleine Bachtälchen, idyllische Waldwiesen, anmoorige offene Landschaftsteile sowie unterschiedlich große, durch den Menschen angelegte Teiche.
Das alles macht den Reiz und die landschaftliche Schönheit dieses LSG aus. Durch die Dahlener Heide führt ein gut ausgeschildertes Wanderwegenetz, das es den Besuchern ermöglicht, sich in der Natur gut zu orientieren.
einer der zahlreichen gutausgeschilderten Wanderwege
Das Naturschutzgebiet Reudnitz Das in diesem Bereich gelegene Naturschutzgebiet "Reudnitz" mit einer Größe von ca. 98 ha vereinigt diese Landschaftselemente in ausgeprägter Form.
Der "Große Teich" in Torgau mit einer Wasserfläche von etwa 175 ha ist ein herausragendes Beispiel für die gestaltende Hand des Menschen in der Dahlener Heide. Seine Anlage wurde 1484/85 durch ein kursächsisches Dekret veranlaßt. Heute ist der südliche Teil des Teiches einschließlich der angrenzenden Grünlandflächen aufgrund der großen Anzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten in diesem Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Diese reich strukturierte Landschaft zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt aus. Als Beispiel sollen hier nur die Nachtschwalbe, die Hohltaube, die Glattnatter, der Kammolch sowie der Königsfarn und das Wollgras als Vertreter der Pflanzenwelt, genannt werden.